Filmvorführung: Zug des Lebens |
Freitag, 27. Januar 2012 |
Rumänien 1941: Ein kleines jüdisches Shtetl wird von den vorrückenden deutschen Truppen bedroht. Nach zunächst ratlosem Entsetzen in der Dorfgemeinschaft kommt dem vermeintlichen Dorftrottel Schlomo eine aberwitzige Idee: ein falscher Deportationszug als Fluchtvehikel. Also macht sich die Dorfgemeinschaft auf und organisiert eine alte Lok und einige Waggons, die sie zum Deportationstransporter umdekoriert. So hoffen sie, den deutschen Truppen zu entkommen, Europa verlassen zu können und schließlich Palästina zu erreichen. Dabei stoßen sie nicht nur auf äußere Widerstände, auch die Gruppe entwickelt während der Fahrt eine ungeahnte Dynamik, die zum Teil absurde Folgen hat.
Regisseur Radu Mihaileanu zeigt in seinem Film nicht nur die Verzweiflung der Menschen in Angesicht des Holocaust, sondern zeichnet auch ein feines, oft humoristisch übersteigertes Bild einer jüdischen Gemeinschaft und ihrer inneren Konflikte. Gerade aus der daraus entstehenden Vielschichtigkeit gewinnt der Film seine Kraft und seine Lebendigkeit.
“Es ist Zeit, in einem neuen Stil über die Shoah zu sprechen. Viele haben vor allem den Tod gezeigt. Ich zeige das Leben, das da getötet wurde”, erklärt Mihaileanu sein Anliegen. Es gelingt ihm dadurch eine intelligente, sensible und durchaus komische Art der Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Und gerade das macht den Film unbedingt sehenswert.
(Filmvorführung am letzten Freitag jeden zweiten Monats, EINTRITT FREI!)
Nächster Termin: 30. März 2012

